Abstimmung vom 10. Juni 2018
Geschrieben von urs am 01. April 2018 00:00
Abstimmung vom 10. Juni 2018

Geld, viel Geld, steht im Zentrum der beiden Fragen, über die das Schweizer Volk am 10. Juni abstimmt. Die Stimmenden werden über das Schicksal des neuen Geldspiel-Gesetzes, das per Referendum bekämpft wird, und über die sogenannte Vollgeld-Initiative entscheiden, die eine radikale Reform des schweizerischen Währungssystems vorschlägt.

Es ist ein ungewöhnlicher und äusserst heftiger Abstimmungskampf. Am 10. Juni entscheidet das Schweizer Stimmvolk über das neue Geldspielgesetz. Für die Befürworter fördert es das Gemeinwohl und schützt die Spieler vor Gefahren. Für die Gegner zensiert es das Internet und zementiert die Monopole der einheimischen Casinos. Auf dem Spiel stehen riesige Summen.
Vollgeld-Initiative

Die Eidgenössische Volksinitiative "Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)"externer Link fordert die Einführung eines sichereren Währungssystems. Sie kommt am 10. Juni zur Abstimmung.
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Laut den Befürwortern der Initiative wird heute das meiste im Umlauf befindliche Geld von den Geschäftsbanken generiert, durch die Kreditvergabe an Unternehmen, Privatkunden und andere Banken. Zur Kreditvergabe brauchen die Banken kein gleichwertiges Eigenkapital, es reicht, dass der gewährte Betrag in einer Sichteinlage erfasst wird.

Die Benützung dieses elektronisch geschaffenen "Buchgelds" – Geld, das nur in der Buchhaltung existiert – zu rein spekulativen Zwecken habe Finanzblasen und die Vervielfachung weltweiter Krisen, wie sie 2008 ausgebrochen sind, begünstigt.

Deshalb fordert die Vollgeld-Initiative, dass künftig nur noch die Schweizerische Nationalbank (SNB) Geld schöpfen könne, in der Form von "Vollgeld", das heisst, als legale Zahlungsmittel (Münzen, Banknoten und auch Buchgeld). Die Geschäftsbanken könnten daher nur Geld ausleihen, das von der Nationalbank in Umlauf gebracht worden ist.